Tobias Rein

Die Aktualität des Marx'schen Arbeitsbegriffs

Ein Gespenst geht um – das Gespenst der Arbeit. Die Arbeit begleitet ein Paradoxon: Auf der einen Seite definiert die Arbeit die gesellschaftliche Stellung eines Menschen und bestimmt ihn in existenzieller Weise. Auf der anderen Seite können viele Menschen nicht oder kaum von ihrer Arbeit leben. Dabei ist die gegenwärtige Form der Arbeit nicht schon immer dagewesen, sondern historisch bestimmt: Arbeit bedeutet in einer kapitalistisch organisierten Gesellschaft Lohnarbeit.

Ziel der Dissertation ist es, sich dem Phänomen der Lohnarbeit in Bezug auf eine Theorie zu nähern, deren unvollendeter und komplexer Charakter Anknüpfungspunkt ist für eine Weiterentwicklung des Arbeitsbegriffs: Das Werk Karl Marx'. Es soll der Versuch unternommen werden, den Arbeitsbegriff von Marx in seiner Komplexität sichtbar zu machen (in Bezug auf die ökonomische, ethisch-philosophische, anthropologische, aber vor allen Dingen soziologische Dimension) und für das 21.Jahrhundert fruchtbar zu machen. Dabei sollen eventuelle Lücken der marxschen Theorie (z.B. in Hinsicht auf feministische Theorien) ebenso berücksichtigt werden wie neue, die Arbeit möglicherweise transformierende Entwicklungen (wie z.B. die Zunahme „immaterieller Arbeit“).

Weitere Schwerpunkte/Interessen: Gesellschaftstheorie / Kritische Theorie, Philosophische Ethik / Tier- und Menschenrechte, Philosophischer Pessimismus

 

Supervisor: Peter Streckeisen

Co-Supervisor: Axel Paul

 

Bio:

2011: Bachelor of Arts in Philosophie/Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Titel: „Die Rolle der Ethik in Bezug auf die Überwindung des Willens bei Arthur Schopenhauer“)
2014: Master of Arts in Gesellschaftstheorie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Titel: „Mitleid als Grundlage der Ethik - Unter besonderer Berücksichtigung der tierethischen Dimension“)
2012/13: ERASMUS-Student in Warwick/England im Fach Philosophie
Seit 2015: Doktorand im Fachbereich Soziologie und Mitglied der G3S

Publikationen:
Veganismus - Eine philosophische und soziologische Betrachtung. In: Röchter, Franziska (Hg.): Der Fisch ist Käse - Veggie? Voll logisch!. Verl: Chiliverlag 2012, S.84-128.