Joel Laszlo

Postosmanische Städte im Visier, Visuelle Zugänge zur vergleichenden Lebensweltforschung in Jugoslawien und in der Türkei, 1920er und 1930er Jahre

Rund 500 Jahre lang vereinte das Osmanische Reich Gebiete im östlichen Mittelmeer, die heute kaum jemand mehr als zusammengehörend wahrnimmt. Belgrad, die serbische und später jugoslawische Hauptstadt, sowie Sarajevo, die selbstbewusst konservative Hauptstadt Bosniens, hatten offiziell bis 1878 respektive 1908 zum Osmanischen Reich gehört. Zum ersten Mal werden diese beiden Städte nun mit Istanbul, der alten Metropole des Osmanischen und zuvor Byzantinischen Reichs, sowie mit Ankara als der neuen, nationalen Hauptstadt der Türkei verglichen.

In dieser Region steht im Zeitraum der Zwischenkriegszeit erstmals eine fotografische Dokumentation zur Verfügung, die als zentrales Quellenkorpus der Forschungsanlage ausgewertet werden soll. Über Foto- und Zeitungsreportagen in den grossen Tageszeitungen und ausgewählten Zeitschriften sollen diejenigen Aspekte des städtischen Alltagslebens, welche die zeitungslesende Öffentlichkeit besonders beschäftigten, erschlossen werden.

Das Projekt wird  finanziert durch den Schweizerischen Nationalfonds.

Supervisor: Nataša Mišković

 

Bio:

Joël László hat an der Universität Basel Islamwissenschaft, Osteuropäische Geschichte und Neuere Allgemeine Geschichte studiert. 2012 und 2013 war er als Assistent am Seminar für Nahoststudien tätig.

Seit 2013 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am SNF-Projekt Postosmanische Städte im Visier, Visuelle Zugänge zur vergleichenden Lebensweltforschung in Jugoslawien und in der Türkei, 1920er und 1930er Jahre. Er beschäftigt sich mit den Städten Istanbul und Ankara.

Seine Forschungsinteressen sind Lebenswelt, Alltagsgeschichte sowie Visual History im späten Osmanischen Reich und der Republik Türkei sowie die Geschichte Ägyptens seit dem 19. Jahrhundert.