Fanny Gutsche

Die „Stimme der Schweiz“ hören – Klang und nationale Images am Beispiel der transnationalen Rezeption von Swiss Radio International 1936-2004

In meiner Doktorarbeit untersuche ich, welche Bilder und Vorstellungen über die Schweiz sich in der Rezeption von Schweizer Radio International (SRI) zeigen. Kernfrage der Forschung ist, wie Klänge oder auch „akustische Swissness“ die Konstruktion dieser Schweizbilder beeinflusst und geprägt haben.

Grundlage für die Untersuchung bilden die kulturwissenschaftliche Analyse der umfangreichen Hörerpost an den Radiosender sowie die Auswertung der sendereigenen Hörerforschung und weiterer Archivalien. Des Weiteren sollen Experteninterviews mit ehemaligen HörerInnen Aufschluss über die verschiedenen Rezeptionskontexte von Swiss Radio International geben.
Theoretische Grundannahme ist, dass die Konstruktion von individuellen und kollektiven Vorstellungen über Nation (auch) akustisch, d.h. über die Wahrnehmung akustisch-medialer Programme, wie Musik, Geräusche und mündliche vorgetragene Texte wie Features, Reportagen oder Kommentare, funktioniert. Es wird also davon ausgegangen, dass das Hören kein passiver Zustand, sondern ein aktiver Deutungs- und Konstruktionsprozess ist.

 

Supervisor: Walter Leimgruber

Co-Supervisor: Bernhard Tschofen (Uni Zürich)

 

Bio:

Fanny Gutsche studierte Empirische Kulturwissenschaft, Politikwissenschaft und Skandinavistik in Tübingen und Stockholm. Seit Dezember 2012 ist sie Projektmitarbeiterin und Doktorandin am Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der Universität Basel. Im Rahmen des SNF-Projekts „Broadcasting Swissness – Musical practices, institutional contexts, and the reception of traditional popular music: the acoustic construction of Swissness on the radio“.